Menschen Augen Blicke
Weinloch - Untere Strasse - Heidelberg

menschen augen blicke weinloch titelFotografien von Thaddäus Zech
Text: Marlene Bach
Malerei: Karl Ledermann
Idee & Konzeption: Stefan Schöbel
Fotografie & Gestaltung: Thilo Ross
Broschur - 430 Seiten - 2014 Verlag Stefan Schöbel

20 EUR

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


"... Es ist ein schönes und intensives Buch (Titel: "Menschen - Augen - Blicke") geworden mit vielen Schwarz-Weiß-Bildern, die das kultige Innere der Kneipe, ihre Stimmung und die Menschen darin treffend und eindrucksvoll wiedergeben. Und wer das "Weinloch" kennt, weiß, dass hier nicht nur das legendäre Käsebrot gegessen und ein Wein gekippt wird - hier wird diskutiert, philosophiert, gelesen, gespielt, getratscht oder einfach nur geschwiegen. Hier treffen sich Jung und Alt, hier sitzt der "Prof" neben dem "Erstsemester" hier trinkt der Handwerker aus der Altstadt sein Feierabendbier, hier zieht es den Single ebenso hin wie das Paar, und hier treffen sich auch die Alt-68er und Skatspieler.

An dem gewöhnungsbedürftigen "Interieur" mit seinem ins Neonlicht getauchten braunen Wänden - zum Teil bedeckt mit von Rauch geschwängerten Malereien von Karl Ledermann - und dem dunklen Mobiliar kann das nicht liegen - oder gerade doch? Das "Weinloch" ist "Kult". Das hat nicht immer etwas mit Stil zu tun. Es ist, was es ist und das seit 1949. Seitdem hat es auch alle Sanierungs- und Umbaufantasien, wie die, daraus eine Sushibar zu machen, überstanden. "Das Weinloch ist ein ständefreier Ort", schreibt ein Besucher der Kneipe im Internet. Er zeigt sich beeindruckt über das bunte Mit- und Nebeneinander. "Das Weinloch ist mein Wohnzimmer", formuliert Stammgast Stefan Schöbel seine Nähe zu der alten Kneipe. Während ein Malte aus München, der bestimmt nicht über ein mangelndes Kneipenleben klagen kann, das "Weinloch" so beurteilt: "Genau das Richtige, um Samstagmittag aus Versehen zu versumpfen und bis spät nachts zu zechen." Dieser Eindruck passt ausgezeichnet zum "Woilochlied", das auch in dem neuen Buch abgedruckt ist, der Refrain: "De Aage trieb, beseelt vom woi, des muss en Woilochgänger sein."

Dass das "Weinloch" eben doch mehr ist als eine Absackerbeize, zeigt das liebevoll gestaltete Buch mit Fotos von Thaddäus Zech und Texten von Marlene Bach, der Heidelberger Krimiautorin. Der Altstadt-Buchhändler Stefan Schöbel und Thilo Ross, der auch Fotos beigetragen hat, haben die Konzeption und Gestaltung übernommen. Die Menschen, die sich im Weinloch zufällig oder verabredet treffen, stehen im Vordergrund. Kein Wunder, dass hier Anekdoten entstehen, aber auch kolportiert werden: "Weinduselige Anekdoten von der Fauste Gretel oder der Sandgassen Liesel und ihrem Höschen aus den wilden Fünfziger Jahren", heißt es im Vorwort von Stefan Schöbel. Ob wir darüber mehr wissen wollen? Nein, denn auch Schöbel lässt den Leser im Ungewissen."

schreibt Karla Sommer in der RNZ vom 07.12.2013.


Fotos aus
"Menschen Augen Blicke / Weinloch - Untere Strasse - Heidelberg"